Das Kurzinterview: 12 Fragen an… Philipp Taubert von Treptow

Name:  Philipp Taubert
Alter:  30
Mittel gegen Seekrankheit: Die Hacken zusammenschlagen und sagen: There is no place like home.

Lieblingsbar in Berlin: Je nach Gusto, Wiener Blut oder Tilsiter Lichtspiele.
Bester Film aller Zeiten: Gibt’s nicht.
Nächstes Reiseziel: Marbella, Spanien. Da spiele ich auf der Hochzeit von sehr guten, lieben Freunden und werde viel feiern.

"Mit der Zeit merkt man dann, dass es doch mehr Bauerntölpel gibt, als überhaupt irgendwer küssen kann."

Lieber Philipp, euer Debüt-Album heißt „Besser selbst als gar nicht“. Gibst Du nicht gerne das Zepter aus der Hand?
Wenn man seine Ziele erreichen will, muss man das Zepter in der Hand behalten und seiner Rolle als eigener Chef gerecht werden. Und wenn man dann noch ein guter Chef sein will, kennt man seine Gewerke und versteckt sich nicht hinter fremden Kompetenzen, sondern kann die Arbeit von allen Beteiligten zumindest einschätzen und bewerten. Dann kann man auch Entscheidungen treffen, zu denen man steht. Außerdem bin ich kein Geduldsmensch. Wenn man will, dass was passiert, muss man es halt machen.

Welcher Moment hat alles verändert?
Den einen Moment gibt es nicht. Alles hat irgendwie seinen individuellen Zeitpunkt und je mehr man mit seinen Aufgaben und Zielen wächst, desto stärker verändert man sich mit den Begebenheiten, was ein tolles Gefühl ist. Man bekommt dadurch diverse Hochgefühle, die nicht nur Spaß, sondern auch ein bisschen süchtig machen.

Was erlebt man mit Silly auf Tour?
Man erlebt eine verdammt professionelle Produktion bestehend aus einem guten Team, großen Bühnen und gestandenen Musikern einer legendären Band. Dazu spielt man in tollen Open-Air-Locations wie der Heidecksburg in Rudolstadt, der Jungen Garde in Dresden oder der Burg Creuzburg vor fantastischen Kulissen. Für uns als junges Rocktrio war das schon ein ziemliches Erlebnis.

Welche Pläne hat Treptow für 2018?
Neben einigen Videos, die demnächst geplant sind, werden wir im Spätsommer eine neue Single veröffentlichen, mit der wir dann wieder ans Radio und auf die Straße gehen. Wir buchen hier derzeit die letzten Termine für eine längere Tour im Herbst. Wenn alles klappt sind wir dann zweieinhalb Monate auch über Deutschland hinaus unterwegs und machen so richtig die „Schweinetour“ zu dritt im wegrostenden PKW samt Gepäck- und Instrumentenkoffer-Tetris. Das nächste große Abenteuer also.

Wer war der Held Deiner Kindheit und wer ist es heute?
Mein Held in der Kindheit war Luke Skywalker aus Krieg der Sterne – der Bauerntölpel, der vom Schicksal geküsst wird und plötzlich die ganze Galaxie rettet. Mit der Zeit merkt man dann, dass es doch mehr Bauerntölpel gibt, als überhaupt irgendwer küssen kann. Ergo tue ich mich heutzutage ziemlich schwer mit Helden, bin aber generell ein Bewunderer von Menschen, die wiederum andere Menschen in jeglicher Hinsicht positiv inspirieren können.

Welche CDs liefen in Deiner Jugend auf Dauer-Repeat?
Ich habe damals viel Rap und Hiphop gehört. Dead Prez, Eminem, viel Deutschrap und Zeug aus dem damaligen Berliner Untergrund (alles rund um den Royal Bunker wie die Bass Crew, die Sekte usw.).

Welche Macht haben Musiker, ein Zeichen für eine offene, tolerante und vielfältige Gesellschaft setzen?
Mit etwas Glück hat jeder Musiker ein Publikum – egal wie groß es sein mag. Wenn du dich dann vor diesem Publikum nicht wie ein Arschloch benimmst, ist das schon die halbe Miete. Alles Weitere wäre dann, was man in seiner Musik und Performance und sonst wo für Statements setzt. Ansonsten kann man mit dem, was man vorlebt, und wie man sich durch die Welt bewegt, tatsächlich auch viel verändern, wenn man kein Musiker ist.

Euer persönlichster Song?
Schwer zu sagen. Vermutlich „Leg dich heut Nacht mit zu mir“. Der handelt von meinem Großvater, den ich am Sterbebett begleitet habe. Absichtlich ist der Text ambivalent gehalten und könnte so auch als Liebeslied funktionieren. Wenn man so persönlich arbeitet, versuche ich darauf zu achten, gewisse Schwellen der Intimität nicht zu überschreiten.

Stell Dir vor, Du könntest mit einer Zeitmaschine reisen, welches Jahr wählst Du?
1907. Da helfe ich einem gewissen Österreicher doch an der Wiener Kunstakademie genommen zu werden. Danach noch ein kleiner Zwischenstopp in den 50ern, um Gitarren abzustauben, bevor ich dann in den 60ern noch ein paar Konzerte und Festivals besuche.

Dein Lieblingsort in Berlin-Treptow?
Das alte Russendenkmal (oder politisch korrekt „das Sowjetische Ehrenmal“). Ein wirklich magischer Ort im genauso schönen Treptower Park.

Was sollten wir alle unbedingt mal erlebt haben?
Freundlichkeit. Und wie kacke Materialismus und Konsum sind (ausgenommen Gitarrenshopping und natürlich unser aktuelles Album für nur 14,99 €!).

Treptow präsentiert „Licht der Stadt“ live bei BalconyTV Berlin: